Rede von Norbert Machachej in der BVV

Wird ein Einwohnerantrag in der BVV besprochen, so haben die initiatoren auch Rederecht. Norbert Machachej hat das genutzt und diesen Beitrag geleistet:

Sehr gehrte Damen und Herren,

Meine Vorrednerin hat eine Vielzahl von Gründen für unseren Einwohnerantrag genannt. Auf einen Aspekt möchte ich hier ihre besondere Aufmerksamkeit richten:

Das genannte Bauvorhaben bedeutet nicht die Schließung irgendeiner Baulücke.

Vielmehr haben bei der Regelung der bereits bestehenden Bebauung die damaligen Stadtväter ausdrücklich die Erhaltung eines unüberbaubaren Grünstreifens vorgesehen und diesen der Bevölkerung als öffentliche Grünanlage gewidmet. Nur ausnahmsweise, notwendig wegen des damaligen Baurechts, durfte diese Grünanlage in Privatbesitz bleiben.

Nun sagen viele: „Das ist rund fünfzig Jahre her; seitdem hat sich vieles geändert.“

Wir erwidern darauf: „Ja, das ist richtig; aber was waren das für Veränderungen?“

Ich nenne nur die wichtigsten:

  • Die Stadtautobahn über den Breitenbachplatz ist gebaut worden, die mit dem zu- und abfahrenden Verkehr auch die Sodener Str. belastet.
  • Die „Schlange“, also die Stadtautobahnüberbauung, ist errichtet worden, eine gewaltige Verdichtung in unserer unmittelbaren Nähe mit ca. 2000 Wohnungen.
  • Der große Reichelt-Supermarkt, der mit seinem riesigen Parkplatz motorisierte Kunden von weiter her anlockt, ist neu entstanden.
  • Die Sommer werden heißer – die Bedeutung von Grünflächen mit kühlender Wirkung steigt, wollen Sie nicht steigende Zahlen von Hitzetoten in Kauf nehmen, besonders unter unseren älteren Menschen.

Und noch etwas hat sich geändert:

Durch liebevolle Pflege, teils durch das Grünflächenamt, teils durch private Initiative, hat sich das Gelände am Cornelsenweg zu einem Kleinod entwickelt, das von immer mehr Menschen aufgesucht wird, von Jugendlichen ebenso wie von Familien mit Kindern und älteren Menschen.

Wenn es vor fünfzig Jahren wichtig war, diese Grünanlage zu erhalten, dann heute erst recht! Die Zerstörung dieser Grünanlage wäre keine moderne Stadtpolitik, sondern ein Schlag ins Gesicht für alle, die eine ökologische und sozial verträgliche Stadtentwicklung fordern – so, wie es Ihre eigenen Parteien doch tun.

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