Becker&Kries startet neuen Angriff auf die Cornelsenwiese

Nachdem es bis Ende letzten Jahres so aussah, als wäre die letzte freie größere Grünfläche in unserem Kiez gerettet, startete der Eigentümer Becker&Kries erneut einen Versuch diese zu bebauen. Und der Stadtentwicklungsausschuss empfiehlt plötzlich die Bebauung. Wie kommt es zu diesem plötzlichen Meinungsumschwung der politischen Akteure in unserem Bezirk trotz des von 18.000 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichneten Bürgerbegehrens zum Erhalt der Grünflächen im Bezirk? Dieses wurde von der BVV übernommen und wird nun einfach ignoriert.

In der Diskussion im Stadtentwicklungsausschuss blieben die SPD und die FDP bei ihrer Meinung für die Bebauung der Wiese, während die Grünen weitgehend an ihrem Nein zur Bebauung festhielten.
Im letzten Jahr hatte die Linksfraktion noch mit Nein gestimmt. Nun enthielt sie sich allerdings, u.a. mit dem Verweis auf die Kompromissbereitschaft des Investors bei der Zahl preisgünstiger Mietwohnungen (früher 30, jetzt 33 in Planung).
Die CDU enthielt sich jetzt auch mit Verweis auf mögliche Schadensersatzansprüche des Investors, die „plötzlich“ aus den Akten hervorgehen sollen. Die Begründung ist überhaupt nicht glaubwürdig. Es droht das gleiche schäbige Spiel wie bei der Kolonie Oeyenhausen. 

Die Aussage von Becker&Kries, dass durch Dachbegrünung die Grünflächenbilanz gewahrt bleibe, erscheint uns als reine Farce. Ein Dach kann man nicht begehen, man kann dort nicht mit Kindern spielen und auch nicht die Blumen und Bäume genießen. Dies zeigt, dass der Investor die ökologischen und sozialen Aspekte der Grünfläche nicht verstanden hat und hier mit billigen Argumenten zu punkten sucht. Genauso mit seiner Behauptung, dass er gemeinnützig ist, keine Gewinne machen muss, aber eben auch keine Verluste machen darf. Eine dreiste Behauptung für jemanden, der die sanierten Bestandwohnungen für 16 Euro/qm Kaltmiete auf dem Wohnungsmarkt anbietet. Und auch mit der leicht erhöhten Zahl an preisgünstigen Mietwohnungen ist er von Verlusten weit entfernt. Bei Mieteinnahmen von mehr als 16 Euro/qm Kaltmiete für die Neubauwohungen, dürfte die Mietrendite bei mehr als 4% liegen. Für Berliner Verhältnisse ist das aktuell absolut top! Ein echter Kompromiss wäre der Bau von 70 anstelle von 100 Wohnungen und der Erhalt der letzten größeren Wiese im Kiez. Aber dazu ist der Investor nicht bereit. Angeblich lohnt sich der Bau der Wohungen dann nicht mehr. Eine glatte Lüge bei der geforderten Kaltmiete.

Für den Wohnungsbau stehen in unmittelbarer Nähe der bereits hoch verdichteten Gegend um die „Schlange“ noch die Brache auf der ehemaligen Kleingartenkolonie Wiesbaden und auch das Reemtsma-Gelände zur Verfügung. Auf letzterem Bedarf es einzig dem politischen Willen der BVV und des Bezirksamtes, um neben den bereits geplanten Gewerbeansiedlungen zusätzlichen Wohnraum auf dem Gelände zu schaffen. 30 Wohungen weniger auf dem Grundstück von Becker&Kries und die letzte große Wiese im Kiez könnte erhalten bleiben.

Die Abstimmung im Stadtentwicklungsausschuss ging so aus: 5 für Bebauung (SPD, FDP), 3 Nein (Grüne), 5 Enthaltungen (Linke, CDU). Durch ihre Enthaltung im Ausschuss haben die Linken und die CDU also ein Ergebnis zugunsten der Bebauung ermöglicht.

In der BVV-Sitzung am 16. Mai 2019, 17 Uhr findet die finale Abstimmung zur Bebauung der Wiese statt. Wenn Sie jetzt noch etwas für den Erhalt Ihrer Erholungsfläche tun wollen, wenden Sie sich an die Bezirksverordneten der CDU. Diese werden ausschlaggebend für die bevorstehende Abstimmung sein. Teilen Sie Ihren Abgeordneten Ihre Meinung für den Erhalt der Wiese mit. Die Telefonnummern, Emails und Adressen finden Sie unter
https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/politik/bezirksverordnetenversammlung/online/pa021.asp

Weitere Informationen zur Cornelsenwiese und anderen bezirklichen Themen finden Sie auf der Facebook-Seite der Aktiven Bürger Charlottenburg-Wilmersdorf (https://www.facebook.com/AktiveBuergerCW/) und der dazugehörigen Internetseite (http://aktive-buerger.berlin/).

Ein Gedanke zu „Becker&Kries startet neuen Angriff auf die Cornelsenwiese

  1. Diese Linke – immer wenn sie ein bisschen was zu sagen hat- macht auch imBezirk munter weiter wenn die SPD eine Stütze braucht : Den Olivaer Platz würde dieSPD ohne ihre Hilfe nicht gegen den Willen der Anwohner beseitigen könen und jetzt genau so bei der Cornelsenwiese . Aber bei der Europawahl hat sie große Sprueche drauf, zB. Nur solidarisch! Aber wohl nicht mit BIs?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.